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Hast du die ewige Selbstkritik satt? Erfahre, wie du deinen inneren Kritiker besiegen kannst!

Wie Sie Ihren inneren Kritiker besiegen können, ohne Krieg gegen ihn führen zu müssen und den ewigen Selbstvorwürfen ein Ende machen!

 

Das bekommen Sie in diesem Blog-Artikel: Ein selbst geschriebenes Märchen und eine Anleitung zum liebevollen Besiegen des inneren Kritikers.

 

 

Das "böse" innere Kritiker-Monster

 

Vielleicht geht es Ihnen, liebe/r Leser/in so wie mir und vielen anderen Menschen auf der Welt: sie haben die ewigen Selbstvorwürfe satt! Und sicherlich wissen Sie so gut wie ich, dass die harsche Selbstkritik nichts nützt. Sie würden sie gerne beenden. Aber wie? Nichts was Sie bisher versucht haben, hat gegen das "Kritiker-Monster" geholfen!

 

Nachdem der innere Dialog mit unseren inneren Kritik keiner sozialen Kontrolle unterliegt, machen wir uns oft auf besonders brutale Weise selber fertig und sagen regelmäßig zu uns Dinge, die wie nie zu anderen Menschen sagen würden, z.B. "Du bist so fett (alt, dürr, mickrig ...) und hässlich!" oder "Du bist eine solche Niete, kein Wunder, dass dich niemand will!".

 

Gerade in Krisenzeiten - in denen wir oft am dünnhäutigsten sind - fällt der innere Kritiker besonders gerne über uns her!

 

Wo kommt die innere kritische Stimme her?

 

Wir kommen nicht mit dieser Stimme auf die Welt, sondern wir entwickeln sie selber im Laufe unserer Kindheit, meist noch vor dem Schulalter.

 

Das hat aus der Sicht des Kindes, das wir damals waren, sehr verständliche Gründe:

 

  • Wenn wir als Kind viel kritisiert wurden, lernen wir, dass Kritik ein nützliches Mittel ist, um im Leben voran zu kommen und sich zu motivieren. Oft hören wir unseren inneren Kritiker genau die Sätze sagen, die wir noch so gut von unseren Eltern (oder anderen wichtigen Bezugs- und Autoritätspersonen) kennen - manchmal sogar in übersteigerter Form!
  • Als kleine Kinder wäre es gefährlich für uns, unsere Eltern (oder andere Erziehungspersonen) in Frage zu stellen, da wir von ihnen abhängig sind! Es ist für uns überlebensnotwendig, von ihnen akzeptiert und versorgt zu werden. Um das zu gewährleisten versuchen wir möglichst keine Fehler zu machen und so zu sein, wie wir glauben, dass es von uns erwartet wird. Wir beginnen zu glauben, dass Selbstkritik uns davor bewahren wird, in Zukunft "falsch" zu sein und nicht mehr dazu zu gehören.
  • Wenn wir als Kinder oder Erwachsene dennoch kritisiert werden, dann ist es weniger schlimm, wenn der äußere Kritiker lediglich das wiederholt, was ich mir innerlich schon die ganze Zeit selbst sage. So komme ich irgendwann zu der Überzeugung, dass die äußere Kritik gerechtfertigt ist und meine Eltern (oder andere kritische Personen) Recht haben.

Der innere Kritiker will sicher stellen, dass wir von unseren Bezugspersonen akzeptiert und geliebt werden! 

 

Mitgefühl mit der Selbstkritik?

 

Oft erscheint uns diese kritische Stimme wie ein Feind in unserem Inneren, der gegen uns arbeitet. Wir beginnen vielleicht diese Stimme zu hassen, sie loswerden zu wollen und uns wiederum dafür zu kritisieren, dass wir nicht in der Lage sind sie abzustellen.

 

Das erste, was wir verstehen müssen ist, dass diese Stimme nicht unser Feind ist! So ekelhaft sie sich manchmal auch gebärdet ... ursprünglich war dieser innere Kritiker ein Beschützer! Und je mehr wir ihn als Erwachsene ablehnen, desto unangenehmer wird er!

 

Der innere Kritiker ist nicht Ihr Feind, sondern Ihr Beschützer!

 

Das Märchen vom kleinen Kritiker-Monster

 

Zugegeben: als Erwachsene finden Sie vielleicht, dass das folgende Märchen ein bisschen albern ist. Tatsächlich jedoch trifft es die Sache ziemlich gut - wie es Märchen meistens tun!

 

Als kleines Kind, vielleicht im Alter von ca. 3-5 Jahren hast du in manchen Situationen empfunden, dass du nicht gut genug bist, um bedingungslos geliebt zu werden. Du hast möglicherweise erlebt, dass deine Eltern oder andere Bezugs- oder Autoritätspersonen dich verglichen oder kritisiert haben und daraus geschlossen, dass du nicht wertvoll bist.

 

Du warst deshalb sehr traurig und hast dich danach gesehnt, bedingungslos geliebt zu werden. Vielleicht hast du Akzeptanz und emotionale Wärme vermisst. Das hat dir viel Angst gemacht, denn du glaubtest, dass du deine Zugehörigkeit verlieren wirst, da du sie nicht verdienst. So hat sich in dir das kleine ängstliche Scham-Du entwickelt, das immer dann auftaucht, wenn du Angst hast, nicht gut genug zu sein und abgelehnt zu werden.

 

An diesem Punkt kam das kleine Monster dazu, um das kleine Scham-Du zu beschützen. Das Monster sagte zu dir: Ich helfe dir, damit du dich nie mehr so verletzlich und beschämt fühlen musst. Ich treibe dich an und kritisiere dich und das wird dazu führen, dass du irgendwann gut genug bist und geliebt wirst. (Das ist zwar - wie wir heute wissen - ein Irrtum, aber das kleine Du hat dem Monster natürlich geglaubt. Und das Monster, das ja selber noch klein war, wusste es nicht besser).

 

Wann immer nun das kleine Scham-Du auftauchte, das sich ängstlich, wertlos, traurig und beschämt fühlt, kam auch gleich das kleine Monster als Beschützer mit.

 

Lange war das kleine Monster der einzige Freund und Unterstützer deines Scham-Du. Das erwachsene, vernünftige Du, das sich mit der Zeit entwickelte, fand das kleine Scham-Du schrecklich peinlich und wollte es nicht haben. Genauso wenig jedoch wollte es seinen Freund, das kleine Monster haben und wurde jedesmal ärgerlich, sobald es auftauchte. Das machte das kleine Monster ziemlich traurig und zornig, weil es doch nur helfen wollte. Und das kleine Scham-Du, das ja auch niemand wollte, hatte natürlich große Angst, seinen einzigen Freund zu verlieren, denn sonst war ja niemand für es da.

 

Eines Tages wurde das erwachsene Du wieder sehr zornig auf das kleine Monster und sagte: du nichtsnütziges ekelhaftes Monster, warum bist du immer so gemein zu mir? Hau doch endlich ab!

 

Da sagte das Monster: Ich bin nicht gemein zu dir! Ich helfe dem kleinen Scham-Du, damit es sich nie mehr schämen muss und eines Tages gut genug wird, um bedingungslos geliebt zu werden! Dazu muss ich manchmal ein bisschen grob werden - aber das ist nur zu deinem Besten!

 

Endlich verstand das erwachsene Du, dass das kleine Scham-Du sich immer noch so wertlos fühlte wie damals und dachte, es müsste durch die Kritik des Monsters erst gut genug werden, um liebenswert zu sein! Und es verstand auch, wie gemein es zu dem kleinen Monster gewesen war, das so viele Jahre lang der einzige Freund des Scham-Du war!

 

Da nahm das erwachsene Du das kleine ängstliche Scham-Du ganz fest in den Arm und sagte: Ich liebe dich bedingungslos, genau so, wie du bist! Ich bin jetzt groß und kann dich beschützen und werde nicht mehr zulassen, dass dir jemand weh tut! Es tut mir leid, dass ich dich so lange nicht gesehen habe!

 

Da strahlte das kleine Scham-Du und freute sich, dass es nun keine Angst mehr haben musste und endlich so geliebt wurde, wie es war.

 

Beide nahmen das kleine Monster in den Arm, das sich plötzlich ganz einsam und nutzlos fühlte und sagten: du bleibst bei uns, denn du meinst es gut! Du bekommst eine neue Aufgabe als freundlicher Unterstützer!

 

Und sie lebten lange und glücklich zu dritt ...

 

So verständlich es auch ist, gegen diese kritische innere Stimme ankämpfen zu wollen, es ist nutzlos. Denn diese Stimme ist ein Teil von Ihnen, der genauso angenommen und letztlich geliebt werden will, wie alle anderen auch! Zugegeben macht er es einem nicht gerade einfach mit seinem unmöglichen Auftreten und seinen ständigen Forderungen und fiesen Kommentaren.

 

Virginia Satir, eine berühmte Therapeutin, hat einmal gesagt: "Abgelehnte innere Anteile sind wie aggressive Hunde, die Liebe brauchen. " Oft sind genau die inneren Anteile, die wie am meisten ablehnen, auch die, die am aufdringlichsten werden. Und je mehr wir sie loswerden wollen, desto aufdringlicher werden sie.

 

Deshalb ist der beste Weg, Selbstkritik entgegen zu wirken, den inneren Kritiker zu verstehen, Mitgefühl mit ihm zu haben und ihn zur Kooperation zu bewegen! Das ist natürlich leichter gesagt, als getan - besonders wenn er bösartig und verachtend daher redet!

 

Wenn Sie gegen den inneren Kritiker kämpfen, kämpfen Sie gegen sich selbst! Um ihn zu besiegen hilft nur Akzeptanz!

 

Wie Sie Ihr inneres Kritiker-Monster mit Liebe besiegen können!

 

1. Kontakt aufnehmen

 

Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem inneren Kritiker-Monster auf und zeigen Sie ein bisschen Mitgefühl und Verständnis! Sie können ihn letztlich nur mit Liebe besiegen! Es ist nur ein kleines Monster, das gefährlich tut, einen schweren Job hat und dem es an echter Wertschätzung fehlt! Jetzt ist es die Aufgabe Ihres inneren mitfühlenden Erwachsenen, sich um Ihr ängstliches inneren Kind (das kleine Scham-Du aus dem Märchen) zu kümmern - und diesen Job hat lange das Kritiker-Monster für Sie erledigt.

 

Schreiben Sie Ihrem kleinen (oder großen?) Monster einen Brief, in dem Sie ihm danken und versprechen, ihn künftig mehr wertzuschätzen und auch zu entlasten.

 

Zeigen Sie Ihrem inneren Kritiker-Monster, dass Sie es nicht mehr hassen und beginnen es zu akzeptieren und zu wertschätzen!

 

2. Die liebevolle Stimme entwickeln

 

Entwickeln Sie Ihren mitfühlenden liebevollen erwachsenen Teil, der sich um das innere ängstliche Kind kümmern kann. Diese kindliche ängstliche Teil von uns sehnt sich nach bedingungsloser Liebe - und auch wenn unsere Eltern oder andere Bezugspersonen Ihnen das nicht immer geben konnten, können Sie es sich selbst geben! Lassen Sie Ihr kleines ängstliches Kind nicht mehr im Regen stehen, weil Sie es peinlich finden, sich schwach oder wertlos zu fühlen! Denn sonst überlassen sie es dem Monster, das seinen alten Job sicher gerne wieder übernimmt!

 

Umarmen Sie sich selbst!

 

Wenn wir von anderen liebevoll umarmt werden, dass schüttet unser Körper Oxytoxin aus, das uns ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Diese Fürsorge können wir uns auch selbst zukommen lassen und das Fürsorgesystem reagiert darauf genauso mit der Ausschüttung von Oxytocin, das sich u.a. beruhigend auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.

 

Wir tun das, indem wir uns selbst in den Arm nehmen. So albern sich das vielleicht auch am Anfang anfühlt, ist es doch eine wirksame und wunderschöne Möglichkeit, sich selbst zu trösten und zu nähren (und es bedeutet nicht, dass Sie zukünftig nicht mehr von anderen menschen umarmt werden!!).

 

Finden Sie heraus, wie Sie sich am besten umarmen können: am besten geht es, indem Sie die Arme verschränken und sich an den Oberarmen oder Schultern sanft fassen und ggf. streicheln. Im öffentlichen Raum hilft oft, eine Hand auf die Herzregion zu legen oder sich selbst die Hand zu halten.

 

Stellen Sie sich vor, dass der mitfühlende liebevolle Erwachsene das ängstliche Kind hält und tröstet.

Kontakt

Dipl.-Psych. Susanne Keck

Schachnerstrasse 5

81379 München

 

mail(at)susanne-keck.de