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4 Fragen, die Sie sich jetzt stellen sollten! - oder: Lehren aus der Resilienzforschung

Photo by Edu Lauton on Unsplash

Menschen haben sich immer schon an widrige Umstände angepasst und sind an ihnen gewachsen!


Wir können gerade viel aus der Resilienzforschung und insbesondere dem Forschungsbereich „Post-traumatisches Wachstum“ lernen, in dem es darum geht herauszufinden, warum manche Menschen durch traumatische Situationen nicht krank werden, sondern im Gegenteil daran wachsen.

Menschen, die an Krisen und Traumata wachsen...

  1. schätzen und pflegen persönliche Beziehungen.
  2. akzeptieren die Unsicherheiten des Lebens und sehen das Gute (auch im Schlechten)
  3. erleben sich nicht als Opfer, sondern als selbstwirksam und sind sich Ihrer Stärken bewusst.
  4. akzeptieren ihre Gefühle und versuchen nicht künstlich 'taff' zu sein!

Daraus entstehen 4 Fragen, mit denen Sie Ihre Resilienz, also Ihre Fähigkeit an dieser Krise zu wachsen, steigern können!

 

4 Fragen, die Sie dabei unterstützen gesund durch jede Krise zu kommen:

1. Mit wem habe ich heute Kontakt aufgenommen?

 

Soziale Unterstützung hat sich in vielen Studien als der wichtigste Resilienzfaktor des Menschen gezeigt! Auch wenn wir in guten Zeiten denken mögen, dass wir ganz gut allein zurechtkommen – in Krisenzeiten sehnen wir uns nach Kontakt, Austausch und gegenseitiger Unterstützung!

 

Deshalb fragen Sie sich jeden Tag: mit wem hatte ich heute Kontakt? Und vielleicht überlegen Sie gleich: Mit wem möchte ich morgen Kontakt aufnehmen?

 

2. Für was bin ich heute dankbar?

 

Resiliente Menschen akzeptieren die Krise und sagen „Ja“ zu der Herausforderung und der persönlichen Verantwortung, die mit ihr kommt, weil sie eines begriffen haben: Krisen gehören dazu! Ohne sie gibt es keine Weiterentwicklung!

 

Lassen Sie sich von schweren Zeiten nicht davon abhalten, das Gute zu sehen - manchmal sogar das Gute im Schlechten! Das bedeutet nicht, dass Sie das Problematische leugnen müssten. Es bedeutet nur in Balance zu bleiben und beide Seiten zu sehen!

 

Fragen Sie sich deshalb täglich: Für was bin ich heute dankbar! Vielleicht sogar: Inwiefern liegt auch im Schlechten etwas Gutes?

 

3. Was habe ich heute Gutes für mich und für andere getan?

 

Wenn uns eines in der Krise leicht abhandenkommen kann, dann das: Hoffnung!

 

Hoffnung ist im Übrigen, wie sich in Studien zeigt, nichts was man entweder hat oder nicht hat! Hoffnung ist eine Frage der Aufmerksamkeitsfokussierung!

 

Es gilt: Starke Konzentration auf die Dinge, die Sie nicht ändern können, vergrößert Ihre Hoffnungslosigkeit! Konzentration auf die eigenen Stärken und realen Verbesserungschancen und deren Umsetzung vergrößert Hoffnung und Zuversicht!

 

Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, sich täglich zu fragen, was Sie heute zum Guten für sich oder andere verändern konnten, wo Sie Einfluß geltend gemacht haben - auch wenn es vielleicht vermeintliche Kleinigkeiten waren!

 

4. Wie geht es mir gerade?

 

Manche Menschen glauben, Resilienz hätte etwas damit zu tun, immun gegen verletzliche Gefühle wie Angst und Unsicherheit zu sein. Und dass diese Gefühle etwas mit Schwäche zu tun hätten.

 

Weit gefehlt! Selbst der resilienteste Mensch erlebt in einer Krise eine ganze Bandbreite an Emotionen: Angst, Ärger, Hilflosigkeit etc. Der Unterschied: resiliente Menschen versuchen nicht ihre Gefühle zu verdrängen und nach außen hin 'taff' zu erscheinen. Sie können ihre Gefühle wahrnehmen, artikulieren und regulieren (d.h. sie agieren sie auch nicht hemmungslos nach außen aus)!

 

Deshalb: versuchen Sie erst gar nicht so zu tun, als hätten Sie keine Angst oder würden sich nie überfordert fühlen! Genießen Sie aber andererseits auch die Momente der Freude, Heiterkeit und Gelassenheit - auch diese sind jederzeit erlaubt, egal wie sehr es gerade zu kriseln scheint!

 

Fragen Sie sich mehrmals täglich: Wie geht es mir gerade? Nehmen Sie bewusst wahr, wie sich Ihr Körper anfühlt, welche Gefühle gerade präsent sind und nehmen Sie sie, wie sie sind.

 

Mit diesen 4 Fragen werden Sie natürlich den Lauf der Dinge nicht ändern - aber Sie können ändern, wie es Ihnen damit geht!

 

Bleiben Sie gesund!

 

 

Kontakt

Dipl.-Psych. Susanne Keck

Schachnerstrasse 5

81379 München

 

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