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Die Krankheit war das Beste, das mir passieren konnte

Auf einem wunderschönen Campingplatz in der Nähe der spanischen Grenze habe ich gestern Alan und seine Frau Bev aus England getroffen. Zufällig kamen wir ins Gespräch, als ich gerade vom Meer die Treppen herauf kam. Alan stand da und beobachtete die Seevögel beim Fische-Fangen.

Wie es manchmal ist, waren wir bald in einem sehr persönlichen Gespräch angelangt. Alan erzählte mir, er habe früher in Schicht gearbeitet in einer Fabrik, in der er Gasen asugesetzt war, die seine Gesundheit angriffen. Schließlich kam es nach vielen Jahren dieser Arbeit zu einem körperlichen Zusammenbruch. Er entwickelte ein chronischen Erschöpfungssyndrom und konnte nicht mehr arbeiten.

Die Kollegen in seiner Firma sammelten für ihn, um ihm und seiner Frau über den finanziellen Verlust und den drohenden Ruin hinwegzuhelfen. Alan lernte, dass er auch in einer solchen Krise nicht alleine war. Seine Firma, seinen Kollegen, seine Frau, seine Kinder - alle waren an seiner Seite. Das war das erste Glück im Unglück.

Dann begann er sich für alternative Heilverfahren zu interessieren, lernte Homöopathie kennen, begann zu Meditieren und fand eine Methode aus den USA, die ihn faszinierte und ihm half, Ereignisse zu verarbeiten und "Muster" in seinem Leben zu erkennen und zu verändern. Es ahndelt sich um eine Art Atemtechnik, die "vergrabene" Emotionen hervorholt.

Er und seine Frau flogen für einige Zeit in die USA, um bei der Begründerin der Methode selber zu lernen. Schließlich begannen Sie zuhause in den UK selber Seminare mit dieser Methode anzubieten und gründeten damit ihr Geschäft. Dies lief für 15 Jahre so gut, dass sie sich nun zur Ruhe gesetzt haben, Zeit mit den Enkeln verbringen und einige Monate im Jahr mit ihrem Camper in Europa unterwegs sind.

Alan sagt, die Krankheit sei das Beste, das ihm je passiert ist. Sie hat ihn aus einem Trott gerissen, in dem er unglücklich und wie fremdgesteuert war und ihn zu seiner - wie er findet - wahren Bestimmung geführt. Beide, Alan und Bev, wirken wir sehr glückliche, humorvolle Menschen mit großer Tiefe.

Heute abend gehen wir zusammen ins Restaurant zum Muscheln mit Pommes essen (moules frittes), das ist hier eine Spezialität ... ob ich diese Leidenschaft teilen kann, weiß ich noch nicht.

Viel Glück!

Kontakt

Dipl.-Psych. Susanne Keck

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